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Rankings30. Juni 2026 · 6 Min. Lesezeit

Die 10 am schnellsten wachsenden Gemeinden 2026

Bevölkerung, Baugesuche und Preisdynamik — eine zitierfähige Momentaufnahme, Stand 30. Juni 2026.

Dieses Ranking ist kein Schönheitswettbewerb. Es ist eine Druckkarte.

Die am schnellsten wachsenden Schweizer Gemeinden 2026 sind nicht einfach jene, die die meisten Einwohner hinzugewinnen. Es sind jene, in denen drei Kräfte gemeinsam wirken: Bevölkerungsdruck, Bautätigkeit und Preisdynamik.

Diese Unterscheidung ist entscheidend. Eine Gemeinde kann wachsen, weil sie Platz hat. Sie kann wachsen, weil sie Arbeitsplätze hat. Sie kann wachsen, weil die Menschen aus den umliegenden Städten preislich verdrängt werden. Oder sie kann wachsen, weil Bahnanbindung, Steuerlage, Raumplanung und Investorenkapital plötzlich alle in dieselbe Richtung weisen.

Per 30. Juni 2026 liegen die offiziellen ganzjährigen kommunalen Bevölkerungsdaten der Schweiz für 2026 noch nicht endgültig vor. Das nachstehende Ranking ist daher als zitierfähige Marktmomentaufnahme zu verstehen, nicht als endgültige statistische Veröffentlichung. Es verbindet den jüngsten offiziellen Bevölkerungskontext, die sichtbaren Bau- und Planungssignale von 2025 bis zum ersten Halbjahr 2026 sowie die Preisdynamik im Wohnsegment.

Der nationale Hintergrund ist eindeutig. Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz überstieg Ende 2025 die Marke von 9,1 Millionen, während der Wohnungsbau zu langsam bleibt, um die Nachfrage zu decken. Das Bundesamt für Statistik meldete für 2025 ein anhaltendes Bevölkerungswachstum, und UBS hielt im Juni 2026 fest, dass sich die Baubewilligungen im ersten Quartal 2026 auf gleitender Jahresbasis auf fast 41'000 Einheiten erholt hatten, die Fertigstellungen jedoch weiterhin hinterherhinkten.

Wachstum wurde in diesem Quartal auch zu einer nationalen politischen Frage. Am 14. Juni 2026 lehnten die Schweizer Stimmberechtigten die Initiative «Nein zu einer 10-Millionen-Schweiz» mit rund 55 % zu 45 % ab. Die Ablehnung bewahrte die Personenfreizügigkeit mit der EU und beseitigte die Aussicht auf eine harte demografische Bremse – das heisst, die migrationsgetriebene Wohnungsnachfrage setzt sich auf ihrer bisherigen Bahn fort. Doch der Ja-Anteil von 45 % ist selbst ein Marktsignal: Der Wohndruck in wachstumsstarken Gemeinden ist sichtbar genug geworden, um eine nationale Abstimmung auszulösen.

Der nationale Hintergrund, in Zahlen

Wohnbevölkerung
9.1M+
Ende 2025; anhaltendes Wachstum (BFS)
10-Millionen-Initiative
55% / 45%
Abgelehnt am 14. Juni 2026 – Personenfreizügigkeit bewahrt
Baugesuche
~41,000
Gleitende Jahresbasis, Q1 2026; Fertigstellungen weiterhin im Rückstand (UBS)
Wohnimmobilien-Preisindex
+1.5%
Q1 2026, quartalsweise auf 126,8 Punkte (BFS IMPI)
Knonau seit 1990
+150%
Bevölkerungswachstum gegenüber +36 % für die Schweiz
Der Index 2026

Das Ranking auf einen Blick

Wo Bevölkerung, Baugesuche und Preise sich gemeinsam bewegen.

#GemeindeKorridorPrimäre Wachstumslogik
01Knonau (ZH)Zurich–ZugMetropolitaner Überlauf; +150 % Bevölkerung seit 1990
02Risch / Rotkreuz (ZG)Zurich–ZugArbeitsplätze, Steuerlage, Bahnknotenpunkt
03Cham (ZG)Zurich–ZugWohnexpansion, familienorientierter Markt am See
04Opfikon / Glattpark (ZH)Zurich metro ringStädtische Transformation mit hoher Dichte
05Dübendorf (ZH)Zurich metro ringMetropolitane Ausdehnung nach Osten, Innovationsanker
06Schlieren (ZH)Zurich metro ringUmnutzung des Limmattals
07Bülach (ZH)Zurich metro ringBahnanbindung, relative Erschwinglichkeit
08Regensdorf (ZH)Zurich metro ringDruckentlastung für die Nachfrage mittlerer Einkommen
09Renens (VD)Lausanne WestUniversitätsnähe, Verdichtung
10Crissier (VD)Lausanne WestSuburbaner Überlauf, Nähe zu Arbeitsplätzen
01

Knonau, Zürich

Zurich–Zug

Knonau wurde 2026 zum Symbol der Schweizer Wachstumsdebatte.

Die Gemeinde liegt im Druckkorridor Zürich–Zug: nah genug, um vom Beschäftigungswachstum zu profitieren, aber weiterhin als erschwinglicher wahrgenommen als die teuersten Teile von Zürich und Zug. Reuters rückte Knonau im Mai 2026 ins Zentrum der nationalen Wachstumsdebatte: Die Bevölkerung ist seit 1990 um fast 150 % auf 2'514 Einwohner gewachsen – gegenüber +36 % für die Schweiz insgesamt und +8 % für die EU –, getrieben vom Wirtschaftsboom im benachbarten Zug. Als die Initiative zur Bevölkerungsobergrenze am 14. Juni zur nationalen Abstimmung kam, war Knonau das Dorf, das die internationale Presse fotografieren kam.

Knonau wächst nicht nur. Die Gemeinde wird zu einer Fallstudie dafür, was geschieht, wenn eine einst ländliche Gemeinde Teil eines metropolitanen Wohnsystems wird – und wie Wachstum zur Politik wird, wenn Infrastruktur und Wohnungsangebot hinterherhinken.

02

Risch / Rotkreuz, Zug

Zurich–Zug

Rotkreuz ist eines der deutlichsten Beispiele für Wachstum, das von Arbeitsplätzen, steuerlicher Attraktivität, Infrastruktur und Anbindung getragen wird.

Risch profitiert vom Zug-Effekt, doch es geht nicht nur um Steuern. Rotkreuz ist zu einem strategischen Beschäftigungs- und Verkehrsknoten geworden, der Zug, Luzern, Zürich und die Zentralschweiz verbindet. Der weitere Raum Zug-West wurde zudem auf künftige Bahn- und Mobilitätsverbesserungen ausgerichtet, einschliesslich der Bedeutung des Bahnhofs Rotkreuz als Mobilitätsdrehscheibe.

Für den Immobilienmarkt entsteht daraus eine seltene Kombination: Nachfrage von Unternehmen, Pendlern, Familien und Investoren, die sich alle gegenseitig verstärken.

03

Cham, Zug

Zurich–Zug

Cham bleibt einer der wichtigsten Märkte für Wohnexpansion im Kanton Zug.

Sie profitiert von denselben makroökonomischen Kräften wie Risch: steuergünstiger Kanton, starke Beschäftigungsbasis, begrenztes Angebot und anhaltende Nachfrage von Haushalten, die preislich aus dem Markt am Seeufer und im Zentrum von Zug verdrängt werden. Der Unterschied besteht darin, dass Cham ein breiteres Wohnprofil aufweist, mit Familienwohnungen, Reiz der Seelage und guter Anbindung an Zug und Zürich.

2026 ist Cham weniger eine «versteckte» Wachstumsgemeinde als vielmehr ein reifender Druckmarkt: weiterhin wachsend, weiterhin teuer und weiterhin von Knappheit getragen.

04

Opfikon / Glattpark, Zürich

Zurich metro ring

Opfikon bleibt eines der wichtigsten Labore für städtisches Wachstum in der Schweiz.

Ihre Wachstumslogik unterscheidet sich von jener Knonaus oder Zugs. Bei Opfikon geht es nicht um dörfliche Expansion. Es geht um Verdichtung, Flughafennähe, den Überlauf von Büro- zu Wohnnutzung und die Transformation des Glattkorridors in eine städtische Zone hoher Dichte.

Die Gemeinde liegt zwischen der Stadt Zürich, dem Flughafen Zürich, Wallisellen und dem Beschäftigungskorridor Glattal. Diese Lage macht sie zu einem der strukturell am besten gestützten Mietmärkte des Landes.

05

Dübendorf, Zürich

Zurich metro ring

Dübendorf profitiert weiterhin von der Ostausdehnung der metropolitanen Wirtschaft Zürichs.

Ihr Wachstum wird getragen von der Verkehrsanbindung, der Nähe zu Zürich, Forschungs- und Innovationsankern sowie einem Wohnungsmarkt, der relativ erschwinglicher bleibt als das Zentrum Zürichs. Die weitere Region Zürich sieht sich weiterhin einer sehr niedrigen Leerstandsquote und starker Mietnachfrage gegenüber, während die nationale Bautätigkeit unzureichend bleibt, um das Gleichgewicht rasch wiederherzustellen.

Die Geschichte Dübendorfs ist nicht nur Bevölkerungswachstum. Es ist die Ausdehnung des städtischen Wohnungsmarkts Zürichs nach Osten.

06

Schlieren, Zürich

Zurich metro ring

Schlieren hat bereits eine der sichtbarsten Transformationen in der Region Zürich durchlaufen.

Einst als industrielle Randgemeinde wahrgenommen, ist sie heute Teil des Wachstumskorridors Limmattal. Ihre Lage zwischen Zürich, Dietikon und Baden verleiht ihr eine starke Pendlerlogik, während Umnutzung und Verdichtung den lokalen Wohnungsbestand weiter umgestalten.

Für Investoren und Käufer stellt Schlieren eine reife Version der Wachstumsgeschichte dar: nicht mehr im Frühstadium, aber weiterhin strukturell durch die Knappheit Zürichs gestützt.

07

Bülach, Zürich

Zurich metro ring

Bülach ist eine der wichtigsten Wachstumsgemeinden nördlich von Zürich.

Ihr Reiz ergibt sich aus einer Mischung aus Bahnanbindung, relativer Erschwinglichkeit, Familiennachfrage und der Abwanderung von Haushalten aus dem Kern Zürichs. Da das Zentrum Zürichs weiterhin eng bleibt, werden Gemeinden mit guten Verkehrsverbindungen Teil desselben Nachfragesystems.

Das Wachstum Bülachs ist daher kein Zufall. Es ist eine Folge der sich nach aussen ausbreitenden Wohnungsknappheit Zürichs.

08

Regensdorf, Zürich

Zurich metro ring

Regensdorf ist eine klassische Gemeinde zur Druckentlastung.

Sie bietet Nähe zu Zürich, Raum für Umnutzung und ein Preisniveau, das historisch erschwinglicher war als die Stadt und die Seeufergemeinden. In einem Markt, in dem Wohneigentum schwierig bleibt und das Mietangebot knapp ist, werden Gemeinden wie Regensdorf zunehmend wichtiger.

Die Wachstumsgeschichte der Gemeinde ist weniger glanzvoll als jene von Zug oder Glattpark, aber strategisch wichtig: Sie zeigt, wohin die Wohnnachfrage mittlerer Einkommen wandert, wenn der Kern zu teuer wird.

09

Renens, Vaud

Lausanne West

Renens bleibt eine der wachstumsstärksten Gemeinden in der Region Lausanne.

Ihre Fundamentaldaten sind stark: Universitätsnähe, Verkehrsverbindungen, Verdichtungspotenzial und Überlauf aus dem teuren städtischen Kern Lausannes. Sie profitiert von der Nachfrage von Studierenden, jungen Berufstätigen, Familien und Pendlern.

Die Genferseeregion bleibt eine der Zonen mit dem stärksten Wohndruck in der Schweiz, und die Bautätigkeit in nachfragestarken Regionen wie Zürich, der Zentralschweiz und der Genferseeregion gehörte zu den wichtigsten Teilen der Erholung 2026.

10

Crissier, Vaud

Lausanne West

Crissier vervollständigt den Wachstumskorridor Lausanne-West.

Ihr Reiz ist praktischer Natur: Strassenanbindung, Nähe zu Arbeitsplätzen, kommerzielle Infrastruktur und relative Erreichbarkeit im Vergleich zum Kern Lausannes. Wie Renens profitiert sie vom Wohndruck Lausannes, jedoch mit anderem Profil: suburbaner, autoorientierter und attraktiv für Haushalte, die Platz suchen, ohne die wirtschaftliche Umlaufbahn Lausannes zu verlassen.

Crissier ist nicht die bekannteste Gemeinde der Schweiz. Genau deshalb ist sie von Bedeutung. Wachstum zeigt sich zunehmend an den Orten knapp ausserhalb der offensichtlichen Märkte.

Was uns das Ranking sagt

Die Wachstumskarte 2026 ist nicht zufällig. Sie folgt Infrastruktur, Arbeitsplätzen, steuerlicher Attraktivität und dem Druck auf die Erschwinglichkeit.

Drei Korridore dominieren.

Erstens der Korridor Zürich–Zug. Knonau, Cham und Risch/Rotkreuz zeigen, wie sich die wirtschaftliche und steuerliche Attraktivität Zugs über den Kern des Kantons hinaus ausbreitet und mit der Wohnungsknappheit Zürichs zusammenwirkt.

Zweitens der metropolitane Ring Zürichs. Opfikon, Dübendorf, Schlieren, Bülach und Regensdorf zeigen, dass das Wachstum Zürichs nicht mehr innerhalb der Stadt begrenzt ist. Es bewegt sich entlang von Bahn, Strasse, Umnutzungszonen und Preisgefällen.

Drittens Lausanne-West. Renens und Crissier zeigen dieselbe Logik in der Genferseeregion: Der Druck bewegt sich nach aussen, aber nicht zufällig. Er bewegt sich dorthin, wo Verkehr, Arbeitsplätze und Planungskapazität es zulassen.

Preisdynamik: das nationale Signal hinter dem lokalen Ranking

Auf nationaler Ebene blieb die Preisdynamik bis Mitte 2026 positiv. Der Schweizer Wohnimmobilien-Preisindex stieg im ersten Quartal 2026 gemäss dem Bundesamt für Statistik quartalsweise um 1,5 % auf 126,8 Punkte – wobei die Preise für Einfamilienhäuser um 1,1 % und jene für Eigentumswohnungen um 1,8 % zulegten.

Das bedeutet nicht, dass jede Gemeinde um denselben Betrag zulegte. Es bedeutet, dass das nationale Preisumfeld stützend blieb – und in wachstumsstarken Gemeinden mit niedrigem Leerstand, guter Anbindung und begrenztem Angebot ist die lokale Dynamik wahrscheinlich stärker als der nationale Durchschnitt.

Der wichtige Vorbehalt

Dieses Ranking ist nicht als offizielle BFS-Liste der zehn Gemeinden mit dem höchsten Bevölkerungswachstum 2026 zu verstehen. Diese Daten sind per 30. Juni 2026 noch nicht endgültig.

Es ist als Ranking der Immobilienintelligenz zu verstehen: dort, wo Bevölkerungsdruck, Bausignale und Preisdynamik 2026 am sichtbarsten zusammenlaufen.

Diese Unterscheidung ist wichtig für Investoren, Verkäufer, Makler und Käufer. Offizielle Bevölkerungsrankings sagen uns, was bereits geschehen ist. Marktwachstumsrankings helfen zu erkennen, wo sich Druck aufbaut, bevor er in den endgültigen Statistiken offensichtlich wird.

Die Mulklick-Sicht

Der Schweizer Markt wird lokaler, nicht weniger.

Nationale Zahlen sagen uns, dass der Schweiz Wohnraum fehlt. Kantonale Zahlen sagen uns, wo sich Druck konzentriert. Doch Intelligenz auf Gemeindeebene sagt uns, wo sich der Markt tatsächlich bewegt.

Dort wird die nächste Schicht des Immobilienwerts zu finden sein: nicht im Wissen, dass Zürich teuer ist, sondern im Verständnis, welche an Zürich angrenzenden Gemeinden die Nachfrage aufnehmen; nicht im Wissen, dass Zug eng ist, sondern im Erkennen, wie sich der Zug-Effekt in die umliegenden Korridore ausbreitet; nicht im Wissen, dass Lausanne unter Druck steht, sondern im Identifizieren, welche westlichen Gemeinden zum Überdruckventil werden.

Die am schnellsten wachsenden Gemeinden 2026 sind nicht nur Bevölkerungsgeschichten. Sie sind frühe Signale dafür, wo der Schweizer Wohnungsmarkt neu gebaut wird — Korridor für Korridor, Baugesuch für Baugesuch, Preisbewegung für Preisbewegung.

Quellen und Datenhinweise

Bevölkerung: Bundesamt für Statistik (BFS), Zahlen per Ende 2025. Bevölkerungswachstum Knonau: Reuters, 22. Mai 2026. Abstimmungsergebnis: provisorische Auszählung der eidgenössischen Abstimmung vom 14. Juni 2026 über die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz». Baugesuche: UBS, Juni 2026. Transaktionspreise: BFS Wohnimmobilienpreisindex (IMPI), Q1-2026-Publikation vom 30. April 2026. Das Gemeinderanking spiegelt die redaktionelle Einschätzung zusammenlaufender Bevölkerungs-, Bau- und Preissignale; es ist kein offizielles statistisches Ranking.

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